Erzeugung von Körner Pilzbrut

Es gibt unterschiedliche Pilzbrutarten für verschiedene Verwendungszwecke.

Körner-Pilzbrut ist am vielseitigsten verwendbar und findet in den unterschiedlichsten Impfmethoden Verwendung. Aufgrund des hohen Reinheitsgrades eignet sich diese Pilzbrut speziell zum Beimpfen von sterilen Substratmischungen und wird vor allem im Profibereich angewendet.



Pilzbrut auf Getreidebasis ist trotz des vergleichbar höheren Preises der auf hochwertigeren Grundstoffen und der komplizierteren Herstellung beruht, aber auch für den Hobbybereich sehr gut geeignet.
Die Getreidekörner in der Pilzbrut versorgen das Pilzmyzel mit ihrem hohen Nährstoffgehalt optimal und halten das Pilzmyzel bei kontaminationsfreier und Kühler Lagerung der Pilzbrut lange am leben.

Für die Herstellung von hochwertiger Pilzbrut benötigt man vor allem eine sterile Umgebung und sterile Grundstoffe. Für die Pilzbrut gut geeignet sind Weizen oder Roggenkörner.
Zum Beimpfen von Pilzsubstraten oder Stroh wird Pilzbrut auch aus Hirsekörnern hergestellt, da diese aufgrund ihrer geringen Größe eine höhere Dichte an Pilzbrut im Substrat bei gleichbleibender Pilzbrutmenge erzielt, was ein schnelleres einwachsen der Pilzbrut bzw. des Pilzmyzels in das Substrat ermöglicht.
Um die Anpassung bzw. Umstellung des Pilzmyzels von der Pilzbrut in das Substrat und somit die Besiedlung des Substrates zu beschleunigen, kann man der Pilzbrut auch Holzspäne, Hackschnitzel oder andere Bestandteile des zu besiedelnden Substrates beimischen.

Herstellungsablauf von Körner-Pilzbrut

Die Getreidekörner werden 2-3 Tage gewässert oder kurz gekocht bis diese aufquellen und möglichst viel Feuchtigkeit aufgenommen haben. Anschließend werden die noch heißen Körner auf einem Sieb ausgebreitet bis sie nur oberflächlich trocken sind. Nun werden die Körner mit Gips oder Kalk vermischt um ein zusammenkleben zu verhindern und um den pH-Wert in der Pilzbrut zu stabilisieren.

In mit Filtern versehenen so genannten Mikrofiltertüten oder Flaschen werden die vorbehandelten Körner dann bei mindestens 121°C für 1-2 Stunden sterilisiert.
Die genaue Zeitdauer richtet sich nach der Größe der Mikrofilterflaschen oder Tüten bzw. Wärmeleitfähigkeit, Menge und Dichte der Pilzbrut.

Nach dem Abkühlen in einem möglicht sterilen Raum auf 20°C, wird die Pilzbrut in einer keimfreien Umgebung wie einer Impfbox, sterilen Werkbank oder einem Reinraum bzw. unter Reinraumbedingungen mit Mutterbrut beimpft. Die erforderliche Menge an Mutterbrut liegt bei ca. 3-5 % der zu beimpfenden Pilzbrutmenge.
Die Pilzbrut wird dann in einem klimatisierten Raum oder Wärmeschrank bei mindestens 20°C aber höchstens 25°C zur Besiedlung gelagert bis diese vollständig mit dem Pilzmyzel durchwachsen ist.



Zwischenzeitlich wird die Pilzbrut regelmäßig geschüttelt um die durchwachsenen Teile gut zu verteilen.
Nach der vollständigen Besiedlung der Getreidekörner ist die Pilzbrut gekühlt bei 3-4 °C längere Zeit lagerfähig.
Es empfiehlt sich aber die fertige Pilzbrut so frisch wie möglich zu verwenden da der Pilz die Nährstoffe in der Brut im Laufe der Zeit immer weiter verbraucht und in Pilzmyzel umwandelt. Was dazu führt das die Pilzbrut immer mehr verklumpt und sich nur noch mit Mühe zerkleinern lässt.
Die dem Pilzmyzel fehlenden Nährstoffreserven in der Brut bei zu langer Lagerung führen auch zu Anfälligkeiten der Pilzbrut gegenüber Keimen und zur Überalterung des Pilzmyzels was die Besiedlung nach dem Beimpfen verlangsamt oder sogar stoppt. Eine frische und hochwertige Pilzbrut erkennt man an einem frischen pilzigen Geruch und einer vollständigen und dichten Besiedlung der Brut mit Pilzmyzel. Minderwertige oder zu alte Pilzbrut riecht säuerlich, ist nicht vollständig besiedelt oder weist Verunreinigungen durch Schadorganismen in Form von gelblich bis roten Verfärbungen des eigentlich weißen Pilzmyzels auf.
Durch einen einfachen Test können Sie Frischegrad und Qualität der Pilzbrut prüfen. Schütteln Sie die Brut in der geschlossenen Verpackung gründlich und lagern Sie die Pilzbrut dann für 3-4 Tage bei Zimmertemperatur.
In dieser zeit sollte sich das Pilzmyzel welches durch das Schütteln in kleinere Teile zerkleinert wurde und somit weitgehend nicht mehr zu erkennen ist, wieder neu ausbilden und die Brut-Körner wieder weiß und vollständig besiedeln.



Diesen Test sollte man aber nicht zu oft wiederholen da dabei auch immer mehr Nährstoffe verbraucht werden und durch das schütteln Keime von außen durch den Mikrofilter hindurch eingesaugt in die Pilzbrut eindringen können.

 

Pilze selbst züchten